Abstracts der 18. Jahrestagung 2010 in Freudenstadt

Aktuelle Aspekte der Insulineinstellung bei Diabetes mellitus Typ 3c

Autor: Dr. Harald Fischer

Der Diabetes mellitus Typ 3c umfasst spezifische Diabetesformen, einschl. genetisch determinierter Betazelldefekte, exokriner Pankreaserkrankung, Endokrinopathien, medikamenten- und chemisch induzierten Diabetes und genetische Syndrome.

Pankreaserkrankungen sind in etwa 1 % der Fälle die Ursache für die Manifestation eines Diabetes mellitus. Eine gestörte Glucosetoleranz bzw. diabetische Stoffwechsellage findet sich bei 50 – 70 % der Patienten mit chronischer Pankreatitis, etwa die Hälfte dieser Patienten entwickelt einen insulinabhängigen Diabetes. Klinische Studien zur Behandlung dieser Patientengruppe fehlen. Therapie der Wahl ist die Insulinsubstitution. Die Therapieziele müssen, abhängig von Prognose der Grunderkrankung, intellektuellen Ressourcen des Patienten, Therapietreue und ggf. Fortbestehen eines Alkoholabusus, realistisch festgelegt werden. Die oft zusätzlich eingeschränkte Gegenregulation aufgrund eines Glukagonmangels steigert die Hypoglykämiegefahr. Auf eine optimale Substitution der exokrinen Insuffizienz ist unbedingt zu achten, da neben dem Kohlenhydratgehalt der Nahrung auch die Resorption der Nahrung die benötigte Insulinmenge beeinflusst und die Malabsorption einen zusätzlichen Störfaktor für die Blutzuckereinstellung bedeutet.

Eine besondere Problemgruppe stellen Patienten mit Totalpankreatektomie dar, die oft nur wie ein Typ 1-Diabetes mit intensivierter Insulintherapie behandelt werden können. Prospektive klinische Studien sind aufgrund der Heterogenität des Patientenkollektivs schwierig und liegen nicht vor.

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