Abstracts der 18. Jahrestagung 2010 in Freudenstadt

Planung und Durchführung von Lehrküchenveranstaltungen

Autorin: Christiane Kling

Im Zeitalter der Tiefkühlpizzen, Dosenravioli, Tütensuppen und Co. sind allgemeine Grundkenntnisse über den Ursprung und die Zusammensetzung der Lebensmittel sowie koch- und küchentechnische Fertigkeiten kein selbstverständliches Grundwissen mehr. Doch gerade diese Kenntnisse sind häufig Voraussetzung für die Umsetzung vieler ernährungstherapeutischer Empfehlungen, sei es beispielsweise bei der Enzymdosierung (Fettgehalt, praktische Kenntnisse über fettarme Zubereitungsmethoden), der Insulingabe (Kohlenhydratgehalt, glykämischer Index, Fett-Proteineinheit) oder der Lebensmittelauswahl bei Allergien (Allergengehalt, Kontaminationsrisiko).

Wer kochen kann und dies auch gerne tut, kann selbst entscheiden, welche Zutaten in welcher Menge verwendet werden, weiß sehr genau, was drinnen ist und was nicht, kann besser die ernährungsabhängigen Kosten steuern und bleibt gegenüber der Lebensmittelindustrie weitgehend unabhängig. Dass „selbst kochen“ nicht nur zeitraubend ist, sondern auch Spaß machen kann, zeigt sehr eindrucksvoll die nicht enden wollende Trendwelle von Kochshows. Praktische Unterrichtseinheiten wie Lehrküchenveranstaltungen sollten daher fester Bestandteil von Schulungskonzepten sein. Doch gerade diese Unterrichtseinheiten, so wertvoll sie auch sind, bereiten den Schulungsteams in der Umsetzung Probleme: Keine Räumlichkeiten, zeitaufwändige Vor- und Nachbereitung, kostenintensiv gegenüber einer theoretischen Schulungseinheit sind häufig die KO-Argumente, die eine Umsetzung blockieren. Der Beitrag soll Ihnen zunächst einen Überblick über die Konzeption von Lehrküchenveranstaltungen, beginnend bei der Findung eines geeigneten Schulungsraums, den zu erwartenden Kosten für eine Grundausstattung, Hygienevorschriften etc., geben. Im weiteren Verlauf werden verschiedene Praxisvarianten, die sich im Zeitmanagement (von 30-minütigen Blitzlehrküchen bis hin zur ausgedehnten Kochwerkstatt), in den Lernzielen, der Präsentationsform sowie der Kostenintensität unterscheiden, aufgezeigt.

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