Abstracts der 18. Jahrestagung 2010 in Freudenstadt

Die Rehabilitation – möglicher Arbeitsplatz für Gesundheitspädagogen und Gesundheitsförderer?

Autorin: Dr. Christiane Korsukéwitz, Deutsche Rentenversicherung Bund

Seit 2007 werden an Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg und Hessen im Rahmen von neu eingerichteten Bachelorstudiengängen Gesundheitspädagoginnen und –pädagogen bzw. Gesundheitsförderer ausgebildet. Ihre grundlegenden Kenntnisse in der Initiierung und Durchführung von gesundheitsbezogenen Lernprozessen möchten Gesundheitspädagog/inn/en (-förderer) auch in die Gesundheitsbildung und Patientenschulung der medizinischen Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung einbringen.

Gesundheitstraining (krankheitsspezifische Patientenschulung und gesundheitsfördernde Seminare und Vorträge) ist ein zentraler Behandlungsbaustein in der medizinischen Rehabilitation. Gesundheitstraining ist gleichwertig zu anderen therapeutischen Leistungen und wird vom gesamten Rehabilitationsteam erbracht. Das therapeutische Team verfügt über das nötige Fachwissen und ist allein schon wegen der Nähe zum Rehabilitanden eine wichtige Stütze des Konzepts. Zum Team der Gesundheitstrainer sollten möglichst Mitarbeiter unterschiedlicher Berufsgruppen gehören, um sowohl die Arbeit als auch die Verantwortung auf viele Schultern zu verteilen. Um den Rehabilitanden die Bedeutung des Gesundheitstrainings aufzuzeigen, ist die aktive Mitwirkung des Leitenden Arztes und der Oberärzte an der praktischen Durchführung wichtig. Didaktische Kompetenzen werden den therapeutischen Mitarbeitern in so genannten Train-the-Trainer Seminaren bzw. Moderatorentrainings vermittelt.

Die neuen Berufsgruppen der Gesundheitspädagogen und Gesundheitsförderer können ihre didaktische Kompetenz bei der Entwicklung von Schulungsunterlagen und in die didaktische Fortbildung der Therapeuten in der medizinischen Rehabilitation einbringen. Entsprechende Trainings wurden bereits Ende der 90er Jahre – im Rahmen der Entwicklung des Gesundheitstrainingsprogramms - in der Reha-Klinikgruppe der DRV Bund von Gesundheitspädagogen und –psychologen durchgeführt. Vergleichbare Fortbildungen erfolgen auch in anderen Klinikgruppen.

Anzahl und Qualifikation der therapeutischen Mitarbeiter sind rentenversicherungsweit in den Strukturanforderungen für die medizinische Rehabilitation - indikationsbezogen - festgelegt. Ein regelhafter Austausch der bisherigen therapeutischen Berufsgruppen im Gesundheitstraining durch Gesundheitspädagogen erscheint aus konzeptioneller Sicht nicht sinnvoll. Einige Gesundheitspädagoginnen sind in ihrer Grundausbildung jedoch Diätberaterinnen, Pflegekräfte oder Ergotherapeutinnen. Diese Absolventinnen können – den Strukturanforderungen folgend - in ihren grundständigen Berufen eingestellt werden und ihre gesundheitspädagogischen Kenntnisse in das Team und das Gesundheitstraining einbringen. In größeren Rehabilitationseinrichtungen oder Betreibergruppen können Gesundheitspädagogen moderierende Funktionen im Qualitätsmanagement, der betrieblichen Gesundheitsbildung bzw. in der Mitarbeiterfortbildung übernehmen.

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